Regel 8 – Beginn und Fortsetzung des Spiels

Liebe Fussballfreundinnen und -freunde,

ein mitunter recht empfindliches Thema aus Sicht großer Fussballfans beschäftigt uns heute.

Leider beginnt das Spiel nicht immer erst dann, wenn Bier, Chips und ähnliche Utensilien bereit liegen, bzw. falls man verspätet von wichtigen Einkäufen in der City zum Fernseher sprintet, nachdem alle Einkaufstüten in diversen Ecken ‚abgelegt‘ wurden. Nein, das Spiel beginnt …

… wenn der Schiedsrichter anpfeift
– und dies nach einem definierten Zeitplan.

Während früher alle Spiele am Samstag um 15:30h anfingen, ist es heute mit enormen Fernsehgeldern für die Übertragungsrechte begründet, dass ein Bundesligaspieltag von Freitag-Abend (1 Spiel um 20:30h), über Samstag (5 Spiele um 15:30h und 1 Spiel um 18:30h) bis Sonntag (1 Spiel um 15:30h und 1 Spiel um 17:30h) gedehnt wird.
Mit der Folge, dass die Live-Übertragungszeit 7,5 Stunden, zuzüglich den Vor- und Nachberichten ca. 12 – 15 Stunden beträgt. Wer möchte, kann diese Zeit mit der Übertragung der 2.Bundesliga ergänzen.
Da ist genügend Zeit für die weniger Fussballinteressierten, die Einkäufe zu begutachten und wegzuräumen (aus diversen Ecken) oder die Ruhe zu genießen, während der Fussball-Fan die Live-Übertragungen erleidet.

Laut Regelwerk geht es allerdings nicht um die Uhrzeit, sondern das regeltechnische Verfahren, wie ein Spiel begonnen wird.
Der Schiedsrichter muss mittels einer Münze das Team ermitteln, welches als Sieger entscheiden kann, wer zuerst Anstoß und wer Platzwahl hat, bzw. umgekehrt. Jeweils eine Mannschaft hat zu Beginn der ersten Halbzeit und der zweiten Halbzeit einmal Anstoß. Dieser eröffnet das Spiel, bzw. die zweite Halbzeit und wird vom Mittelpunkt ausgeübt, ebenso nach jedem erzielten Tor, allerdings von der Mannschaft, die das ‚Gegen-Tor‘ kassiert hat.
Der Mittelkreis gibt den Abstand an, den die gegnerischen Spieler einhalten müssen und nach einem Zeichen (Pfeife) des Schiedsrichters wird der Ball mit dem Fuss nach vorne (in Richtung gegnerische Hälfte) gespielt.
Der Ball darf beim Anstoß nicht nach hinten gespielt werden und ebenso darf der ausführende Spieler den Ball erst dann wieder berühren, wenn dieser von einem anderen Spieler berührt wurde.
Beim Anstoß zu Spielbeginn wird mit berühren des Balls die Spielzeit (2x 45 Minuten) gestartet.
In dieser Regel erwähnt wird auch der Schiedsrichter-Ball. Nein, nein, keine Tanzveranstaltung mit Pfeife, sondern dieser wird ausgeführt, wenn der Schiedsrichter aus eigenem Ermessen das Spiel unterbricht, z.B. ein verletzter Spieler, ein zweiter Ball auf dem Spielfeld, ein ‚Flitzer‘ oder,  die viel diskutierten, Knallkörper und Bengalos in den Fankurven. Diese Unterbrechung wird der Schiedsrichter (hoffentlich) nicht durchführen, wenn gerade zum Torschuss angesetzt wird – eher in einer ungefährlichen Spielsituation im Mittelfeld.
Nachdem der Unterbrechungsgrund beseitigt oder aufgelöst ist, kommts zum Schiedsrichter-Ball: Spieler beider Mannschaften stehen sich gegenüber (meist je einer, ist aber nicht weiter definiert), während der Schiedsrichter den Ball zu Boden fallen lässt. Eigentlich banal, aber Achtung, das Spiel gilt erst dann als fortgesetzt, wenn der Ball den Boden berührt und sich noch im Spielfeld befindet. Sollte vorher einer der Spieler den Ball berühren, wird der Schiedsrichter-Ball wiederholt.
Es hat sich längstens durchgesetzt, dass der Ball derjenigen Mannschaft zugespielt wird, die zuletzt in Ballbesitz war. Fairplay!

Mehr ist dieser offiziellen Fussball-Regel des DFB nicht zu entnehmen.

Die Fortsetzung der Regelkunde findet zum Anpfiff des nächsten Spieltags statt.

Euer SPIELLEITER