Regel 4 – Ausrüstung der Spieler

Liebe Fussballfreundinnen und -freunde,

weiter geht’s mit – zum Teil – modischen Aspekten des Fussballsports.

Unter dem Begriff ‚Ausrüstung‘ könnte man fälschlicherweise Hilfsmittel verstehen, welche eher an Kampfsport erinnern. Zwar wird im Zusammenhang mit Fussball sehr oft der Begriff ‚Kampfsport‘ verwendet, dies ist aber eher der Athletik der Sportler, sowohl beim Frauen- wie auch beim Männerfussball, geschuldet und hat nichts Schwert, Helm oder Schutzmasken zu tun.

Schienbeinschoner

Es wird eine Grundausrüstung gefordert, welche im Laufe der Regelerklärung klar definiert wird.
Hierzu gehören Hemd, Hose, Strümpfe (die Haare sauber gescheitelt und saubere Fingernägel) sowie – und jetzt kommt die ‚Ausrüstung‘ – Schienbeinschoner und Fussballschuhe.
Wobei Fussballschuhe nicht näher definiert sind, jedoch die Schienbeinschoner sehr ‚genau‘:
• müssen von den Strümpfen vollständig bedeckt sein,
• müssen aus Gummi, Plastik oder einem ähnlichen geeigneten Material bestehen,
• müssen einen angemessenen Schutz vor Verletzungen bieten.
Diese tragen ja auch (Vermeintlich) zum Schutz der Spieler, bzw. wenigstens des Scheinbeins bei, während die Fussballschuhe lediglich das Spielgerät treten. Die mittlerweile zu High-Tech-Produkten mutierten Fussballschuhe sind dafür zuständig, den ebenso hochtechnisierten Ball (das Spielgerät) so anspruchvoll zu treten, dass dieser in ungewöhnlichen Flugkurven mit höchster Präzision und sehr hoher Geschwindigkeit (über 100 km/h) beim Torschuss dem Torhüter sehr oft keine Chance lässt, seinen Job ordentlich zu verrichten (Bälle halten, abwehren).

Umkleidekabine mit Trikots

Fussballschuhe waren in früheren Tagen generell Schwarz/Weiss und hatten 3 Streifen (adidas) oder einen langen Streifen (PUMA) und waren entweder mit Schraubstollen oder Nocken unter der Sohle ausgerüstet. Stollenschuhe waren bei jungen Fussballern immer schon der Hit, auch wenn diese auf einem sogenannten Hartplatz (fester Untergrund) nur sehr wenig Sinn machen und üblicherweise auf dem Rasenplatz verwendet werden. Der Vorteil liegt darin, dass die Schraubstollen in verschiedenen Ausführungen bzgl. Material und vor allem ihrer Länge (bis zu 18 mm) wegen des Schraubgewindes ausgetauscht werden können. Nockenschuhe haben eine festgeformte Untersohle aus PVC-Material, welche sich, je nach Untergrund, relativ schnell abgearbeitet hat. Da diese Untersohle wesentlich weicher ist als Schraubstollen, kommen die Nockenschuhe überall dort zum Einsatz, wo auf hartem Untergrund gespielt wird.
Die heutige Generation der Bundesligaspieler kennt diese ‚alten‘ farblosen Schuhe aus Leder lediglich aus dem Vereinsmuseum. Schon vor Verbreitung des Internets entwickelten sich die Fussballschuhe nach und nach zu bunten (fürs Auge teilweise schmerzend) High-Tech-Produkten, die an den Vergleich des VW-Käfers (dürfte noch bekannt sein) mit einem aktuellen SUV erinnern (→Raumfahrttechnik).
Dass es keine Vorgabe für die Farbe der Schuhe gibt, verwundert umsomehr, ist doch die farbliche Trennung der Mannschaften, der jeweiligen Torhüter sowie die Unterscheidung von den Schiedsrichtern klar vorgegeben. Dies bietet grundsätzlich ein große Spielwiese für die Trikotgestalter, welche im Bundesligabereich teilweise sogar eine starke Annäherung an das CI (Erkennungssymbolik einer Firma) des Sponsors erreicht. Das CI des Vereins spiegelt sich meistens nur darin, dass die Vereinsfarben (Bayern München = Rot-Weiß) zumindest im Heim-Trikot deutlich definiert sind. Und das sagt uns auch schon, dass es auch ein Auswärtstrikot gibt. Dies aus dem Grund, weil es viele Vereine gibt, die gleiche oder ähnliche Vereinsfarben und somit Trikotfarben haben, diese sich jedoch klar voneinander unterscheiden müssen. Dies wird vom Schiedsrichter vor dem Spiel geprüft, bzw. in der Bundesliga ist dies bereits vor Saisonbeginn definiert und geklärt. Früher gabs ein Lätzchen drüber und fertig war die klare Unterscheidung. Eine ganz aktuelle Entscheidung zum Thema einheitliches Trikot, wurde darin getroffen, dass lange ‚Unterhosen‘ (→Robben, Arjen) in der gleichen Farbe sein müssen, wie das Trikot, bzw. die Hose, also nix mehr mit Weiß oder Grün/Pink wie in alten Tagen.
Während früher die Schiedsrichter, passend zu Ball und Fussballschuhen. ebenfalls immer in Schwarz gekleidet waren, sieht man heutzutage überwiegend farbige Schiedsrichterbekleidung, welche sich natürlich ebenso von den Farben der Mannschaften klar unterscheiden muss.
Ebenso zur Ausrüstung gehören weiter Schutzelemente wie Brillen, Haarbänder Gesichts- und Kopfschutz (→Czech, Petr). Alle diese Elemente sind so perfekt an den Kopf angepasst, dass diese weder den Spieler, noch den Gegner (ganz wichtig) stören, behindern oder verletzen können. Dies ist auch der Grund, weshalb jede Art von Schmuck vom Körper entfernt werden muss, zumindest der Schmuck, welcher offen zu sehen ist. Ein Nabelpiercing z.B. wird wenig Gefahr verbreiten, Halsketten, Uhren, Ringe, Ohrringe sind jedoch strikt verboten und müssen entfernt werden, auch das Nasenpiercing. Sogar der Schiedsrichter darf keinen Schmuck tragen, lediglich eine Uhr als Zeitmessgerät und ganz zeitgemäß, mittlerweile tragen die Schiedsrichter in der Bundesliga, bzw. bei internationalen Spielen auch ein Kommunikationssytem, um mit den Schiedsrichter-Assistenten (früher Linienrichter) und dem ‚Vierten Mann‘ während des Spiels dauerhaft kommunizieren zu können – die würden besser aufs Spiel achten!
In den nächsten beiden Regeln (5+6) geht es um die Männer in ‚Schwarz‘, wie diese früher auch genannt wurden.

Also, viel Spaß beim Ausrüsten zum Bundesliga schauen: Bier, Chips, Fernbedienung und Unterhosen in Trikotfarbe …

Euer Spielleiter.