Regel 1 – Das Spielfeld

Liebe Fussballfreundinnen und -freunde,

zum heutigen Spieltag soll’s dann auch losgehen mit den Fussballregeln, bzw. müssen wir leider mit ganz viiiiielen Zahlen beginnen.

Entgegen dem großen Wunsch aller Fussball-Experten nach sogenannten Straßenfussballern (-> Brasilien = Strand), sind die offiziellen Vorgaben an das Spielfeld klar definiert. Erlaubt sind alle natürlichen oder künstlichen „Unterlagen“ so der offizielle Wortlaut. Für die Bundesliga heisst das, es muss ein Naturrasen sein, welcher für die kalte Jahreszeit mit einer Rasenheizung ausgestattet ist. Unsere Straßenmannschaften spielten früher auf jedem Untergrund, der eine annähernd ausreichend große Fläche geboten hat.
Diese Regeln sind in der Bundesliga nicht anders – bis ins kleinste Detail – eigentlich klar, da wir in Deutschland, bzw. Europa (EU) leben. Sogar weltweit sind alle diese Bedingungen definiert und jedes ofizielle Spiel hat sich daran zu halten. Auch beim Freundschafts-Länderspiel zwischen Turkmenistan gegen Äquartorialguinea.

Spielfeld und seine wichtigen Bestandteile

Wie nicht anders zu erwarten, sind alle möglichen Maße definiert, sogar die Höhe der Eckfahne – ja sowas gibt’s und ist vorgeschrieben.

Spielfeld_Metrisches-Maßfeld

copyright dfb.de

Die übliche Größe eine Spielfeldes ist 105 x 70 m. Das sind 7350 qm. Müsste diese Rasenfläche gemäht werden, wäre weder für Shopping noch für Fussballgucken am Wochehende Zeit, ich glaube nicht mal zum Schlafen wäre Zeit, der gemähte Rasen muss ja auch entsorgt werden. Auf dieser Fläche könnten ca. 2450 Kleiderschränke auf- oder ca. 117600 Paar Schuhe abgestellt werden. Da niemand so viele Kleiderschränke oder Schuhe besitzt, wird auf so einer Fläche seit jeher Fussball gespielt, vor allem, wenn Rasen drunter und Tribünen drumrum sind. Perfekt mit Bierstand und Bratwurstbude!

Diese Fläche muss markiert werden, mit Seitenlinien und Torlinien. Die Torlinie ist mit Sicherheit die wichtigste Linie, zumindest in dem Bereich, in dem das Tor steht (->Wembley oder 27.06.2010, Bloemfontain/Südafrika).

Spielfeld_Beschreibung

copyright dfb.de

Es gibt einen Torraum, die offizielle Bezeichnung (direkt vor dem Tor, bzw. dem Torwart), 18,32 x 5,50 m mit einer Fläche von 100,76 qm, das ist z.B. fast exakt 1 Ar (a) oder 0,01 Hektar (ha) -> wichtig für ‚Bauer sucht Frau‘, also für die Frau! Der Torraum, auch Fünfmeterraum genannt wird unter Fussballern eher als ‚Fünfer‘ bezeichnet. Klar ne: „Weil der so ca. Fünfmeter irgendwie groß ist.“

Um den Torraum gesellt sich der Strafraum, ebenfalls ausgehend von der Torlinie, allerdings etwas größer. Der Strafraum misst 40,32 x 16,50 m -> über 600 qm, allerdings auf einer Etage, ohne Keller und Strom, nur Regenwasser. Strafraum (im Fussball-Volksmund ‚Sechzehner‘) heißt dieser deshalb, weil sich darin der Strafstoßpunkt befindet. Dieser wiederum liegt exakt mittig zum Tor positioniert in einer Entfernung von elf Metern. Aha, da war doch was: Elfmeter! Ja, genau, den gibts u.A. immer, wenn ein Spieler der stürmenden Mannschaft von einem Spieler der verteidigenden Mannschaft im Strafraum gefoult wird „das war doch Elfer!“.

Diesen Elfmeter muss ein Mitspieler des Gefoulten oder der Gefoulte selbst vom Elfmeterpunkt ausführen. Der Gefoulte, seine Mitspieler, aber auch sein Trainer und alle, die dieser Mannschaft beihalten, möchten dass der Schütze des Elfmeters den Ball ins TOR schießt. Das sind die Teppichstangen mit Fischernetz jeweils am Ende des Spielfeldes.
Das Tor hat eine Größe von 7,32 m breit und 2,44 m hoch, den das Tor steht aufrecht, sonst konnte man keine Tore schießen (-> Torfall von Madrid). 7,32 x 2,44 m kann man vergleichen mit einem Kleiderschrank, der 12 Türflügel aufweist. Zuhause hütet den die Braut (meistens), im Fussball hütet der Torwart (meistens) das Tor (-> im Frauenfussball die Torfrau, z.B. Frau Thor). Die Größe vom Torhüter ist zwar nicht vorgegeben – es ist aber sehr von Vorteil, wenn der Torwart oder Torhüter oder -in, sehr groß ist. Schließlich ist keine Treppenleiter erlaubt, um unter der (Tor-) Latte aufzuräumen.
Zur Beschaffenheit und Farbe steht Folgendes geschrieben: „Die Torpfosten und die Querlatte sind aus Holz, Metall oder einem anderen genehmigten Material. Torpfosten und Querlatten müssen quadratisch, rechteckig, rund oder elliptisch sein, dürfen die Spieler aber in keiner Weise gefährden“ und weiter „Die natürliche Silberfarbe bei Toren aus Metall ist zulässig.“ Falls Sie mal ein Tor im Garten aufstellen möchten!

Dazu gibt es noch weitere vermaßte Objekte wie Eckfahne (1,50 m hoch), Anstoßkreis (9,15 m Durchmesser – wer kriegt die Fläche raus?) mit AnstoßpunktEckviertelkreis für den Eckball, eine Technische Zone, eine Sicherheitszone an allen Seiten des Spielfeldes, eine Fotografenzone, die Abstände der Mannschaftsbänke für Trainer und Ersatzspieler, der Platzordner und und und … – da hat alles seine Ordnung.
Auch die Spielergebnisse sind – bis auf wenige Ausnahmen – ganz ordentlich.

Also, auf zum Fussball – da gibts einiges zum Thema Ordnung zu erfahren, vor allem, wenn aus einer geordneten Abwehr gespielt wird (->“Taktik“ und „Ordnung auf dem Spielfeld“ kommt viiiel später!).

Der Ordnung halber: Seid gegrüßt von einem ordentlichen SPIELLEITER.

Die Saison

Liebe Fussballfreundinnen und -freunde,
wir starten mit unseren Informationen zunächst mit den allgemeinen, sachlichen Fakten rund ums das Spiel, bzw. die Fussball-Bundesliga.

Unser Thema: Was bedeutet denn Bundesliga-Saison?

Die Vereine

In der Bundesliga spielen 18 Vereine, wobei sich die letzten drei Vereine in der Vorsaison (2014/15) durch Aufstieg, bzw. Relegation qualifiziert haben.

Hier die Vereine der aktuellen Saison 2015/2016, gelistet nach dem Tabellenstand der letzten Saison, bzw. Aufstieg und Relegation:

FC Bayern München -> Meister + DFB-Pokalsieger
VFL Wolfsburg
Borussia Mönchengladbach
Bayer 04 Leverkusen
FC Augsburg
FC Schalke 04
Borussia Dortmund
1899 Hoffenheim
Eintracht Frankfurt
SV Werder Bremen
1. FSV Mainz 05
1. FC Köln
Hannover 96
VfB Stuttgart
Herta BSC
Hamburger SV   -> Relegation Sieger gegen Karlsruher SC
FC Ingolstadt     -> Aufsteiger, 1. Platz 2. Bundesliga
SV Darmstadt    -> Aufsteiger, 2. Platz 2. Bundesliga

Die Spieltage

Die Saison mit 18 Vereinen wird üblicherweise parallell zur Hochzeitsvorbereitung von August bis Mai ausgespielt, es gibt eine Winterpause (bei der Hochzeitsvorbereitung seltener) von ca. 4 Wochen ab Weihnachten. Jeder der 18 Vereine spielt in einer Hin- und Rückrunde gegen die anderen 17 Vereine jeweils einmal im eigenen Stadion und einmal beim Gegner (Paare, die noch getrennt wohnen kennen das). Dies ergibt 34 Spieltage, die eine Saison mit 306 Spielen komplettieren (bei Brautpaaren sind dies 365).

Z.B. der letzjährige Meister FC Bayern München spielt am 1. Spieltag der Saison gegen den Hamburger SV im eigenen Stadion:
14.08.2015: FC Bayern München – Hamburger SV

Das Rückspiel dazu findet am 18.Spieltag (= 1.Rückrundenspieltag) in Hamburg statt:
23.01.2016: Hamburger SV  – Borussia Dortmund

Die Termine

Die Daten der jeweiligen Spieltage werden vor Saisonbeginn in einem sogenannten Rahmenterminkalender festgelegt. In Abhängigkeit mit dem internationalen Rahmenterminkalender der FIFA (weltweiter DFB / DFB = Deutscher Fussball Bund), wird der exakte Spieltag am Wochenende für die Vereine definiert. Dies hängt damit zusammen, dass einige Vereine an internationalen, europäischen Wettbewerben teilnehmen und deshalb in manchen Wochen Dienstags, Mittwochs oder Donnerstags zusätzliche Spiele irgendwo in Europa bestreiten (z.B. gegen FK Ekranas Panevezys, FC Nordsjaelland oder Dnipro Dnipropetrovsk). Dnipropetrovsk liegt ca. 2200 km von Frankfurt/Main – da is‘ nix mit lustig Mannschaftssbus und so. Deshalb sind die Bundesliga-Spiele am Wochenende verteilt auf Freitag, Samstag und Sonntag, denn, bis man aus Dnipropetrovsk nach einem Spiel am Donnerstag wieder zu Hause ist, kann locker schon die Samstag-12-Uhr-Glocke geläutet haben.

Hier können Sie sich den sogenannten Rahmenterminkalender angucken: http://www.dfb.de/index.php?id=510208

Der Spielbeginn

Somit wurde für einen Spieltag folgender Wochenend-Terminplan (und somit für uns alle) festgelegt:

– Freitag 20:30 Uhr: 1 Spiel
– Samstag 15:30 Uhr: 5 Spiele
– Samstag 18:30 Uhr: 1 Spiel
– Sonntag 15:30 Uhr: 1 Spiel
– Sonntag 17:30 Uhr: 1 Spiel

Dies macht zusammen 9 Spielpaarungen pro Spieltag – und damit hat sich praktisch von selbst erklärt, weshalb am Wochenende so wenig Zeit für wirklich Wichtiges ist. Dabei ist nicht zu vergessen, dass Mann sich ja zusätzlich für die 2. oder 3. Liga interessieren kann. Dann ist aber absolut keine Zeit mehr für gemeinsames Frühstück oder so. Ist doch nachvollziehbar, oder?

Die Relegation

Die Relegation entscheidet über den Abstieg oder den Aufstieg in die oder aus der Bundesliga. Der drittletzte am Saisonende der Bundesliga spielt gegen den drittplatzierten der 2.Bundesliga. Diese beiden Vereine spielen in Hin- und Rückspiel den Gesamtsieger der Relegation aus, was für einen Verein das 35. und 36. Saisonspiel bedeutet. Dies war im Vorjahr Borussia Mönchengladbach.
Zur Info: Nach Borussia Mönchengladbach sind der erst- und zweitplatzierte Verein der 2.Bundesliga aufgelistet – die direkt in die Bundesliga aufsteigen, während der 17. und 18. Verein in der Tabelle der Bundesliga direkt absteigt, also ohne Relegation.

Die Englischen Wochen

Ja leider. Mit den Wochenenden ist es nicht erledigt. Es gibt nationale (DFB-Pokal) und internationale Wettbewerbe (Champions-League, Europa-League), die für die Vereine sehr, teilweise sehr, sehr lukrativ sein können. Natürlich nur im Erfolgsfall. Alle diese Wettbewerbe werden während der Woche ausgespielt.
„Englische Wochen“: Da in England die Fussball-Liga seit jeher aus 20 Mannschaften besteht, musste man seit frühen Jahren des geregelten Wettbewerbs auf Spieltage während der Woche ausweichen. Das bedeutet 3 Spiele innerhalb einer Woche (Samstag – Mittwoch – Samstag). Wie zuvor bereits erwähnt, wurde der ursprüngliche Samstagspieltag (ja tatsächlich, früher begannen alle Spiele am Samstag zur gleichen Uhrzeit) auf Freitag-Abend bis Sonntag-Abend verteilt. Urschache dafür kann nur sein, dass viele (vermutlich) männliche Fussballfreunde, sich über unendlich viel Freiraum am Wochenende beim DFB beschwert haben. Oder Frühstückhasser, Männer ohne Rasen, ehemalige Singles, die nun Hochzeitseinladungen basteln (sollten) …

P.S.: Gerne nehme ich Ideen und Anregungen (zum Thema Fussball natürlich) auf. Dran denken: Abseits kommt später, viel später. Vorher gehts um Trikotfarben, Schuhhersteller, Schmuck der Fussballer, Handschuhe usw.