Sprüche

Regel 10 – Wie ein Tor erzielt wird

Liebe Fussballfreundinnen und -freunde,

… Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen – Rahn schießt – Tooooor! Tooooor! Tooooor! Tooooor!“

– Herbert Zimmermann (Reporter)

Rafa Benitez war nur beim F.C. Internazionale Milano mein direkter Nachfolger, und dort hat er innerhalb von sechs Monaten die damals beste Mannschaft Europas zerstört. Würde sie besser auf die Diät ihres Mannes achten, hätte sie weniger Zeit über mich zu reden.

Jose Mourinho, Trainer bei FC Chelsea, kontert die Kritik von Rafa Benitez´ Frau.

Traditional soccer ball on soccer field

Regel 9 – Ball in und aus dem Spiel

Liebe Fussballfreundinnen und -freunde,

… „der war doch auuuus!“
„Quatsch, der war doch noch auf der Linie.“

Genau darum geht’s in der Regel, da gehts um Zentimeter, Millimeter wäre übertrieben.

Auch an dieser Stelle die Erinnerung an die Spielerei in Kindertagen im Stadtpark. Da gabs nur ‚Aus‘, wenn der Ball in der Bach (sehr kleines fließendes Gewässer) oder unspielbar in der Hecke lag.

In der Bundesliga ist dies etwas anders geregelt, im Grunde eine sehr banale Regel.

Ball-in-aus

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Der Ball aus dem Spiel
Der Ball ist aus dem Spiel, wenn
– er auf dem Boden oder in der Luft eine der Tor- oder Seitenlinien vollständig überschreitet
– die Partie vom Schiedsrichter unterbrochen wird

Der Ball im Spiel
Der Ball ist zu jedem anderen Zeitpunkt im Spiel, auch wenn er vom Pfosten, der Querlatte oder einer Eckfahnenstange ins Spielfeld zurückspringt, vom Schiedsrichter oder einem Schiedsrichter-Assistenten, der sich auf dem Feld befindet, abprallt

Das Interessante hierbei ist die Bemerkung: vollständig.
Sollte sich nämlich noch ein kleiner Teil des Balls auf der Linie befinden, gehts weiter mit dem Spiel, auch wenn der optische Eindruck ein ganz anderer ist, da sich ja der größte Teil außerhalb des Spielfeldes befindet. Das hat schon was von optischer Täuschung. Siehe im Bildbeispiel die Position des rechten Balles, diese könnte noch extremer dargesteltt werden. Solange ein kleiner Teil des Balles die Linie ‚berührt‘, befindet er sich im Spiel. Und da geht das Theater los.
Dies gilt es, wie immer, bei ungünstigen Sichtverhältnissen und hohem Spieltempo zu entscheiden.
Aber dafür hat der Schiedsrichter zwei Assistenten, welche im Fussball-Volksmund Linienrichter genannt werden.

Zwar ist wie zu Beginn erwähnt, die Regel recht einfach, aber bei falscher Betrachtung und Beurteilung der Schiris mitunter mit fatalen Folgen, wenn danach beispielweise ein Tor fällt.
Sehr schwer ist diese Entscheidung in vielen Fällen zu treffen, wenn der nicht am Boden, sondern mit Effet als Bogenschuß in der Luft aus dem Spiel war und sich wieder zurück ins Spiel dreht und im Spielfeld wieder den Boden berührt – da gibts im ganzen Stadion nur eine Perspektive, aus der dies wirklich zu beurteilen ist, nämlich auf der Linie in Flugrichtung des Balles.
Ein Grund dafür, dass der Linienrichter seine position beim Eckball ändert, von der Seite hinter die Torauslinie.

Schöne Grüße vom SPIELLEITER, wie immer „gerade noch auf der Linie.“

American football referee and de-focused players.

Regel 8 – Beginn und Fortsetzung des Spiels

Liebe Fussballfreundinnen und -freunde,

ein mitunter recht empfindliches Thema aus Sicht großer Fussballfans beschäftigt uns heute.

Leider beginnt das Spiel nicht immer erst dann, wenn Bier, Chips und ähnliche Utensilien bereit liegen, bzw. falls man verspätet von wichtigen Einkäufen in der City zum Fernseher sprintet, nachdem alle Einkaufstüten in diversen Ecken ‚abgelegt‘ wurden. Nein, das Spiel beginnt …

… wenn der Schiedsrichter anpfeift
– und dies nach einem definierten Zeitplan.

Während früher alle Spiele am Samstag um 15:30h anfingen, ist es heute mit enormen Fernsehgeldern für die Übertragungsrechte begründet, dass ein Bundesligaspieltag von Freitag-Abend (1 Spiel um 20:30h), über Samstag (5 Spiele um 15:30h und 1 Spiel um 18:30h) bis Sonntag (1 Spiel um 15:30h und 1 Spiel um 17:30h) gedehnt wird.
Mit der Folge, dass die Live-Übertragungszeit 7,5 Stunden, zuzüglich den Vor- und Nachberichten ca. 12 – 15 Stunden beträgt. Wer möchte, kann diese Zeit mit der Übertragung der 2.Bundesliga ergänzen.
Da ist genügend Zeit für die weniger Fussballinteressierten, die Einkäufe zu begutachten und wegzuräumen (aus diversen Ecken) oder die Ruhe zu genießen, während der Fussball-Fan die Live-Übertragungen erleidet.

Laut Regelwerk geht es allerdings nicht um die Uhrzeit, sondern das regeltechnische Verfahren, wie ein Spiel begonnen wird.
Der Schiedsrichter muss mittels einer Münze das Team ermitteln, welches als Sieger entscheiden kann, wer zuerst Anstoß und wer Platzwahl hat, bzw. umgekehrt. Jeweils eine Mannschaft hat zu Beginn der ersten Halbzeit und der zweiten Halbzeit einmal Anstoß. Dieser eröffnet das Spiel, bzw. die zweite Halbzeit und wird vom Mittelpunkt ausgeübt, ebenso nach jedem erzielten Tor, allerdings von der Mannschaft, die das ‚Gegen-Tor‘ kassiert hat.
Der Mittelkreis gibt den Abstand an, den die gegnerischen Spieler einhalten müssen und nach einem Zeichen (Pfeife) des Schiedsrichters wird der Ball mit dem Fuss nach vorne (in Richtung gegnerische Hälfte) gespielt.
Der Ball darf beim Anstoß nicht nach hinten gespielt werden und ebenso darf der ausführende Spieler den Ball erst dann wieder berühren, wenn dieser von einem anderen Spieler berührt wurde.
Beim Anstoß zu Spielbeginn wird mit berühren des Balls die Spielzeit (2x 45 Minuten) gestartet.
In dieser Regel erwähnt wird auch der Schiedsrichter-Ball. Nein, nein, keine Tanzveranstaltung mit Pfeife, sondern dieser wird ausgeführt, wenn der Schiedsrichter aus eigenem Ermessen das Spiel unterbricht, z.B. ein verletzter Spieler, ein zweiter Ball auf dem Spielfeld, ein ‚Flitzer‘ oder,  die viel diskutierten, Knallkörper und Bengalos in den Fankurven. Diese Unterbrechung wird der Schiedsrichter (hoffentlich) nicht durchführen, wenn gerade zum Torschuss angesetzt wird – eher in einer ungefährlichen Spielsituation im Mittelfeld.
Nachdem der Unterbrechungsgrund beseitigt oder aufgelöst ist, kommts zum Schiedsrichter-Ball: Spieler beider Mannschaften stehen sich gegenüber (meist je einer, ist aber nicht weiter definiert), während der Schiedsrichter den Ball zu Boden fallen lässt. Eigentlich banal, aber Achtung, das Spiel gilt erst dann als fortgesetzt, wenn der Ball den Boden berührt und sich noch im Spielfeld befindet. Sollte vorher einer der Spieler den Ball berühren, wird der Schiedsrichter-Ball wiederholt.
Es hat sich längstens durchgesetzt, dass der Ball derjenigen Mannschaft zugespielt wird, die zuletzt in Ballbesitz war. Fairplay!

Mehr ist dieser offiziellen Fussball-Regel des DFB nicht zu entnehmen.

Die Fortsetzung der Regelkunde findet zum Anpfiff des nächsten Spieltags statt.

Euer SPIELLEITER

Inernational tournament in Novosibirsk, Russia, 5-9 may 2007. Ajax (Netherland), Olimpic (France), Selta (Spain), Legia (Poland), Siberia (Russia)

Regel 7 – Dauer des Spiels

Liebe Fussballfreundinnen und -freunde,

eine relativ kurze Regelauslegung betrifft die Dauer des Spiels. Sie ist jedoch von enormer Bedeutung, wie im folgendem zu lesen ist.

Da jedoch alles definiert sein muss, ist selbstverständlich auch die Spielzeit exakt definiert, inklusive Zugabe.
Da ich immerwieder gerne auf die Spielerei im Stadtpark zu Kindertagen zurückgreife, komme ich auch hier nicht umhin, den Vergleich bzgl. der Spielzeit zu bemühen. Unsere Spiele im Stadtpark wurden oftmals bis ’10‘ ausgespielt, der Seitenwechsel fand dementsprechend bei ‚5‘ statt. Unsere damalige absolut offensiv ausgerichtete Spielweise lies dieses System problemlos zu, während die Spielsysteme (→ in späteren Folgen dazu mehr) der Bundesligamannschaften damit zu einer Spieldauer von einigen Stunden bis Tage aufwarten könnten.

Ein Spiel dauert 90 Minuten!

Also theoretisch – so ungefähr circa um die 90 Minuten.
Die Spielzeit wird geteilt in 2 Spielhälften – die erste und die zweite Halbzeit. In jeder Halbzeit hat der Schiedsrichter die Möglichkeit, ‚verlorene‘ Spielzeit nachspielen zu lassen. Gründe dafür sind Verletzungen, Auswechslungen, offensichtliches Zeitschinden (mit gelber Karte als Verwarnung), Spielertumulte oder andere zeitintensive Unterbrechungen des Spiels. Es liegt im individuellen Ermessen des Schiedsrichters, wieviel Zeit nachgespielt wird. Diese wird durch den vierten Offiziellen am Spielfeldrand angezeigt.
Nie wird die faktisch realistische Zeit der Unterbrechungen nachgespielt, selten ein annähernd passender Zeitraum. Eingespielt haben sich zur Halbzeit 1-2 Minuten und nach der 2. Halbzeit eine Verlängerung bis 5 Minuten (meistens 2-3), höchstselten liegt die Zeit darüber und auch nur bei außergewöhnlichen Unterbrechungen. Z.B. schlimme Fouls mit langer Behandlungszeit (auf dem Spielfeld) oder Fanausschreitungen, die das Spiel beeinflussen. Als längste Nachspielzeit bei einer Fussball-WM gilt die des schottischen Schiedsrichters Mottram im Spiel Bolivien gegen Südkorea bei der WM 1994 von 13 Minuten.
Bedenkt man, dass jede Mannschaft drei Spieler auswechseln darf (je 30-45 Sekunden), bei jedem Freistoß, Eckstoß oder Einwurf einige Sekunden vergehen, bis das Spiel wieder fortgeführt wird, bei Elfmeter sogar wesentlich länger, weil unendliche Diskussionen über dessen Berechtigung geführt werden müssen, kommt man schnell zu dem Ergebnis, dass eine Gesamtverlängerung von 10 Minuten nicht übertrieben wäre.
Ein weiteres Argument für ausreichende Nachspielzeit ist das sogenannte Zeitschinden der jeweils führenden Mannschaft, welches bis zur Perfektion bis zum Abpfiff ausgeübt wird. Kurioserweise sind die letzten Sekunden eines Spiels die spannendsten, zumindest bei knappem Spielergebnis.
Gerade weil vermeintlich sichere Siege in den letzten Minuten und der dazugehörigen Nachspielzeit ausgeglichen oder sogar in eine Niederlage umgekehrt wurden (→1999, Bayern München).
Lustig dabei ist, die angezeigte Spielminute für ein in der Verlängerung erzieltes Tor. Das wurde nicht in der 94. Minute erzeilt, sondern in Minute 90 +4. Dramatisch und ärgerlich, wenn eine Mannschaft in der 89. Spielminute noch 2:0 führt und die Gegentore mit 90 + 2 und 90 + 3 angegeben werden. Zum Haare ausraufen, wenn noch eines in 90 + 5 dazukommt und anschließend das Spiel abgepfiffen wird.

Die Nachspielzeit ist eine fast magische Zeit. Auf der einen Seite die Hoffnung auf die allerletzte Chance zum Ausgleich oder Siegtreffer, auf der anderen Seite die Angst vorm Ausgleich oder der Niederlage in allerletzter Sekunde.

Interessant ist dies bei anderen Sportarten wie Handball oder Basketball zu beobachten, wo es eine wirklich aktive Spielzeit gibt und die Uhr, welche die Restspielzeit angibt, bei Unterbrechungen angehalten wird. Da dauern die letzten Sekunden oftmals mehrere Minuten und die Bruttogesamtspielzeit beträgt 90 Minuten, statt offiziell z.B. 60 bei Handball.

Deshalb: Ein Spiel dauert 90 Minuten + x !

Mit einem sportlichen Gruß aus der 99. Minute

euer SPIELLEITER

Soccer referee

Regel 6 – Die Schiedsrichter-Assistenten

Liebe Fussballfreundinnen und -freunde,

nach dem Schiri besprechen wir nun Pflichte und Rechte seine Helfer.

Während bei unterklassigen Spielen mit nur einem Hauptschiedsrichter das Spiel abgewickelt wird (das muss reichen!), ist es undenkbar, in der Bundesliga oder gar internationalen Spielen mittlerweile mit ’nur‘ 3 Schiedsrichtern ein Spiel möglichst fehlerfrei zu begleiten. Bei internationalen Spielen (Europa League, Champions League, Europa- und Weltmeisterschaften) setzt man mittlerweile auf zwei weitere Assistenten. Die sogenannten Torschiedsrichter (auch Torrichter genannt). In der Bundesliga geht man seit der Saison 2015/2016 einen anderen Weg. Hier setzt man auf technische Hilfsmittel. Auf das sogenannte Hawk-Eye (Torlinienkamera).

Linienrichter_Zeichen

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Die Aufgaben der beiden Assistenten besteht in erster Linie darin, an der Seitenlinie diagonal gegenüber positioniert, Spielszenen, aus einer ganz anderen Position, zum Teil mit wesentlich besserem Überblick und auch näher am Spielgeschehen als der Hauptschiedsrichter beurteilen und entscheiden zu können. Ein Foul, ein Handspiel, der Ball im Seitenaus oder die Eckball-Situation kann vom Assistenten oder in gemeinsamer Besprechung wesentlich genauer entschieden werden -> 6 Augen sehen mehr als 2 – sollten! Durch die Head-Set-Technik wurde den Schiedsrichtern die Kommunikation erleichtert und oftmals ist festzustellen, dass der Schiedsrichter auf Hinweis seines Assistenten erst zur Pfeife greift und eine Situatíon ahndet.
Ausgestattet mit einer Hinweisfahne, der Assistent besitzt keine Pfeife zur Unterbrechung des Spiels, zeigt er sowohl seinem Hauptschiedsrichter, wie auch den Spielern, die Spielunterbrechung an, welche natürlich vom Schiedsrichter per Pfeife signalisiert und ‚abgeschlossen‘ wird.

Was zu den wichtigsten Aufgaben des Assistenten an der Seitenlinie gehört, ist die Spielsituation, welche die Fussballgemüter nach wie vor am meisten erzürnt, zumindest in hitzige Diskusionen führt: ABSEITS.
Die Position am Spiellfeldrand und die Pflicht des Assistenten, sich immer auf Höhe des letztpostierten Spielers der verteigenden Mannschaft, zu befinden, setzt ihn in höchste Alarmbereitschaft, wenn sich Angreifer und Abwehrspieler in kniffeliger Position zueinander befinden, d.h. wenn die Abseits-Entscheidung von wenigen Zentimetern abhängt. Aktuell heiss diskutiert ist das „passive Abseits“, was es dem Assistenten alles andere als einfach macht. Dazu aber mehr in Regel 11, wenn das Thema Abseits besprochen wird.

Linienrichter-2

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Eins muss unbedingt erwähnt werden: die Anzahl der Fehlentscheidungen bei der Abseitssituation im Verhältnis zur Gesamtanforderung an den Assistenten. Ich bin regelmäßig überrascht, wie oft man spontan anderer Meinung ist, jedoch feststellen muss, dass man damit falsch liegt – eine Fehlentscheidung getroffen hätte. Und genau das ist das Problem, drei Schiedsrichter sollen 22 Hochleistungssportler, die zum größten Teil während eines Spiels von 90 Minuten über 12 km zurücklegen, das bedeutet in der Summe der Feldspieler (20), eine Gesamt-Laufstrecke von ca. 240 km zu kontrollieren + die Torhüter.

Anderseits muss natürlich auch besprochen werden, dass dem Assistenten als Hauptverantwortlichen fürs Erkennen der Abseitssituation ebenfalls eine Menge Macht gegeben ist. Da diese Spielsituation in den meisten Fällen dazu führt, den Angreifer in Tornähe und damit in spielentscheidende Situationen zu bringen, kann jede Fehlentscheidung fatale Folgen für die benachteiligte Mannschaft haben.

Durch die Teambildung bei den Schiedsrichtern, es kommen immer der Hauptschiedsrichter mit seinen zwei festen Assistenten zum Einsatz, kann man von einem hohen Grad an Professionalität und Abstimmung innerhalb des Schiedsrichter-Teams, sprechen.

Machen Sie einmal die Probe und bewerten z.B. Abseitspositionen spontan aus Ihrer Sichtweise und vergleichen die Entscheidung mit des Assistenten – wie oft er und wie oft Sie daneben liegen.

Viel Spass beim assistieren wünscht der

SPIELLEITER und seine Assistenten.

Profile of isolated referee with yellow card. Isolated on white

Regel 5 – Der Schiedsrichter

Liebe Fussballfreundinnen und -freunde,

heute besprechen wir den ‚Schwarzen Mann‘ des Fussballs, von (fast) allen nicht geliebt.

Schwarzer Mann hat man den Schiedsrichter seit jeher auch genannt, das kommt von seinem Dress, welches bis vor wenigen Jahren eigentlich zu 99% monoton schwarz war. Seit einigen Jahren sind die Farben des Schiedsrichter-Dresses wesentlich freundlicher und farbintensiver geworden (→Regel 4 Ausrüstung).

Wesentlich freundlicher ist allerdings die Alternativbezeichnung ‚der 23. Mann‘, 2 Mannschaften á 11 Spieler = 22 + Schiedsrichter, ohne ihn findet kein gescheites, faires Spiel statt.

Die Bedeutung seiner Person beim Fussballspiel wird nicht zuletzt damit zum Ausdruck gebracht, dass dieser Teil des Regelwerkes des DFB mit Abstand am umfangreichsten ist. Ich werde mich aufs Notwendigste beschränken.

Während im Straßenverkehr früher durch Polizisten, heute überwiegend durch Ampeln geregelt ist, wer zuerst links abbiegen darf, hat der Schiedsrichter die Aufgabe, darauf zu achten, dass jede Mannschaft ihr Ziel regelkonform verfolgt, nämlich das Spiel zu gewinnen. Im Football oder Rugby, vor allem der australischen oder neuseeländischen Spielart, scheint es für den Laien so, als würden überhaupt keine Regeln existieren. Ähnlich würde das Fussbalspiel ohne Schiedsrichter ausarten (→Bolzen im Stadtpark).

Schiedsrichter

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Somit hat der Schiedsrichter das Problem, von allen Mannschaften und somit aller Fans als ‚Gegener‘ angesehen zu werden, weil er in in jedem Fall Entscheidungen trifft, die der einen oder anderen Mannschaft und somit der Fans nicht gefällt. Je tragreicher die Entscheidung (Elfmeter, Tor oder kein Tor, Rote Karte), desto größer der Unmut der betroffenen Partei.
Die physischen und auch psysischen Anforderungen an einen Schiedsrichter im Profifussball sind enorm hoch, werden durch ihn mitunter innerhalb vom Bruchteil einer Sekunde Entscheidungen getroffen, welche für einen Verein weitreichende Folgen haben können. Sollte diese Entscheidung über Auf- oder Abstieg eines Vereins, über die Meisterschaft oder einen Pokalsieg. entscheiden und dazu noch interpretationsfähig sein, also nicht zu 100% eindeutig, dann hagelt von allen, ausser von der prifitierenden Partei, unendlich Kritik. Unverständlicherweise geht diese bei manchen Fans sogar bis hin zu Morddrohungen – das ist schon eine außergewöhnliche Belastung.
Schiedsrichter im Profifussball haben eine langjährige Schulung und Praxisphase durchlaufen und sind somit als ’starke‘ Persönlichkeiten getestet für die Aufgaben, ein Fussballspiel mit 22 – mehr oder weniger – erwachsenen Männern zu leiten, für die es teilweise um ganz viel Kohle, manchmal sogar um die Existenz, geht.
Schiedsrichter müssen sich ebenso wie Spieler fit halten und werden regelmäßig bzgl. ihrer Fitness überprüft. Ein Schiedsrichter legt während eines Spiels eine Laufstrecke von ca. 10 km zurück und muss dabei die aktuelle Spielsituation permanent im Blick haben. Die Schiedsrichter werden während eines Spiel von Schiedsrichterbeobachtern kontrolliert und beurteilt und können am Ende einer Saison ebenfalls auf- und absteigen (1. / 2. / 3.-Liga).

Neben der Selbstverständlichkeit, sich um die Einhaltung der Regeln zu kümmern, muss man die Details dazu beleuchten, was das heisst, diese einzuhalten. Denn es gibt bei 2 teilnehmenden Mannschaften immer mindestens 2 unterschiedliche Meinungen, ob dies nun ein Foul war oder nicht, Abseits oder nicht, Handspiel oder nicht …
Hier kommt das Thema ‚Auslegungssache des Schiedsrichters‘ ganz stark zum tragen, teilweise auch beeinträchtigt durch ungünstige Einsicht in eine Spielsituation und das hohe Tempo in vielen Situationen. Ich bin kein Fan oder Fürsprecher von Schiedsrichtern, aber ich möchte nicht Samstag für Samstag in deren Haut stecken. Da gehört ’ne Portion Masochismus dazu.
Im Fernsehen wird in allen Sportkanälen unendlich oft die Spielsituation aus mindestens 3 verschiedenen Einstellungen in Zeitlupe und Superzeitlupe wiederholt, um endlich oder evtl. feststellen zu können, dass man es nicht wirklich beurteilen kann oder so-oder-so-auslegen kann …
Der arme Kerl muss es innerhalb in Bruchteilen von Sekunden.
Bei der Abseitsentscheidung muss der Schieds- und Linienrichter zusammen über eine Zentimeterdifferenz entscheiden, nachdem ein Ball vom Abwehrspieler über 30-40 Meter gespielt wurde, beim Foulspiel an der Straufraumgrenze geht es darum außerhalb, auf der Linie, innerhalb des Strafraums, war es überhaupt Foul oder eine Schwalbe. Ebenso bei einem möglichen Handspiel, ganz prekär, wenn das Problem mit der Strafraumgrenze hinzukommt. Da sind zwei wichtige Dinge zu erkennnen und zu entscheiden, da geht es nämlich darum ob es Elfmeter gibt (→Handspiel eines Feldspielers im Strafraum).
Ebenso liegt es im Ermessen und auch an der Einstellung des Schiedsrichters, wie diverse ‚kleinere‘ Vergehen geahndet werden. Dazu hat der Schiedsrichter neben der mündlichen Ermahnung, üblicherweise zu Beginn des Spiels, die Werkzeuge der ‚Gelben-‚ und ‚Roten Karte‘. Das ist im Grunde auch das einzige wovor Spieler respekt haben.
Die Gelbe Karte ist die Vorverwarnung, ist zunächst ohne Konsequenz, jedoch bedeutet die 5.Gelbe Karte in einer Saison eine Sperre für das kommende Spiel. Aus einer Gelben Karte in einem Spiel kann durch weiteres regelwidriges Verhalten eine so genannte Gelb-Rote Karte werden, was den sofortigen Spielausschluss bedeutet, die Mannschaft mit einem Spieler weniger das Spiel zu Ende bringen muss und der Spieler für das nächste Spiel gesperrt ist.
Für grobes Foulspiel, Wiederholungsfouls oder gemäß dem Regelwerk vorgegebene Strafen nach einem Vergehen sezt der Schiedsrichter unmittelbar die Rote Karte ein, welche für das aktuelle Spiel die gleichen Folgen hat, wie die Gelb-Rote Karte, jedoch wird der Spieler je nach Vergehen für mehrere Spiele gesperrt.
Und dies ist nicht unbedingt gut für die Fussbalkarriere (→mehr hierzu folgt in Regel 12).

Ich denke, aus den Erläuterungen wird klar, welche Position und Macht ein Schiedsrichter besitzt. Leider gibt es seit einigen Jahren gezwungenermaßen zu viele Diskussionen um den Missbrauch dieser macht, nämlich mit vorsätzlichen Fehlentscheidungen Spiele zu einem definierten Ausgang zu manipulieren (→ Hoyzer, Robert). Das kann so stattfinden, dass man wie oben ausführlich erläutert extrem unterschiedlicher Meinung über eine Entscheidung haben kann, ob der Tatsache, dass dies aber bei zwei unterschiedlichen Interessenlagern normal ist, nicht unmittelbar auf die Idee kommt, da könnte eine manipulation stattfinden. Da dies jedoch absolut die Ausnahme darstellt – zumindest in Deutschland – findet die Kampagne des DFB ‚Respekt für den 23.Mann‘ eine große Anerkennung und absolut berechtigt.
In der nächsten Regel-Folge geht es um die Helferlein des Schiedsrichter, die Schiedsrichter-Assistenten und der der sogenannte 4. Offizielle, ein Schiedsrichter-Team in der Bundesliga besteht aus 4 Personen, bei Europa- und Weltmeisterschaften und in der UEFA Champions League sogar aus 6 Personen.

Frei nach Arndt Zeigler: „Das muss für heute reichen“.

Immer schön fair bleiben, euer SPIELLEITER

Fussball  Technik: Ball stoppen

Regel 4 – Ausrüstung der Spieler

Liebe Fussballfreundinnen und -freunde,

weiter geht’s mit – zum Teil – modischen Aspekten des Fussballsports.

Unter dem Begriff ‚Ausrüstung‘ könnte man fälschlicherweise Hilfsmittel verstehen, welche eher an Kampfsport erinnern. Zwar wird im Zusammenhang mit Fussball sehr oft der Begriff ‚Kampfsport‘ verwendet, dies ist aber eher der Athletik der Sportler, sowohl beim Frauen- wie auch beim Männerfussball, geschuldet und hat nichts Schwert, Helm oder Schutzmasken zu tun.

Schienbeinschoner

Es wird eine Grundausrüstung gefordert, welche im Laufe der Regelerklärung klar definiert wird.
Hierzu gehören Hemd, Hose, Strümpfe (die Haare sauber gescheitelt und saubere Fingernägel) sowie – und jetzt kommt die ‚Ausrüstung‘ – Schienbeinschoner und Fussballschuhe.
Wobei Fussballschuhe nicht näher definiert sind, jedoch die Schienbeinschoner sehr ‚genau‘:
• müssen von den Strümpfen vollständig bedeckt sein,
• müssen aus Gummi, Plastik oder einem ähnlichen geeigneten Material bestehen,
• müssen einen angemessenen Schutz vor Verletzungen bieten.
Diese tragen ja auch (Vermeintlich) zum Schutz der Spieler, bzw. wenigstens des Scheinbeins bei, während die Fussballschuhe lediglich das Spielgerät treten. Die mittlerweile zu High-Tech-Produkten mutierten Fussballschuhe sind dafür zuständig, den ebenso hochtechnisierten Ball (das Spielgerät) so anspruchvoll zu treten, dass dieser in ungewöhnlichen Flugkurven mit höchster Präzision und sehr hoher Geschwindigkeit (über 100 km/h) beim Torschuss dem Torhüter sehr oft keine Chance lässt, seinen Job ordentlich zu verrichten (Bälle halten, abwehren).

Umkleidekabine mit Trikots

Fussballschuhe waren in früheren Tagen generell Schwarz/Weiss und hatten 3 Streifen (adidas) oder einen langen Streifen (PUMA) und waren entweder mit Schraubstollen oder Nocken unter der Sohle ausgerüstet. Stollenschuhe waren bei jungen Fussballern immer schon der Hit, auch wenn diese auf einem sogenannten Hartplatz (fester Untergrund) nur sehr wenig Sinn machen und üblicherweise auf dem Rasenplatz verwendet werden. Der Vorteil liegt darin, dass die Schraubstollen in verschiedenen Ausführungen bzgl. Material und vor allem ihrer Länge (bis zu 18 mm) wegen des Schraubgewindes ausgetauscht werden können. Nockenschuhe haben eine festgeformte Untersohle aus PVC-Material, welche sich, je nach Untergrund, relativ schnell abgearbeitet hat. Da diese Untersohle wesentlich weicher ist als Schraubstollen, kommen die Nockenschuhe überall dort zum Einsatz, wo auf hartem Untergrund gespielt wird.
Die heutige Generation der Bundesligaspieler kennt diese ‚alten‘ farblosen Schuhe aus Leder lediglich aus dem Vereinsmuseum. Schon vor Verbreitung des Internets entwickelten sich die Fussballschuhe nach und nach zu bunten (fürs Auge teilweise schmerzend) High-Tech-Produkten, die an den Vergleich des VW-Käfers (dürfte noch bekannt sein) mit einem aktuellen SUV erinnern (→Raumfahrttechnik).
Dass es keine Vorgabe für die Farbe der Schuhe gibt, verwundert umsomehr, ist doch die farbliche Trennung der Mannschaften, der jeweiligen Torhüter sowie die Unterscheidung von den Schiedsrichtern klar vorgegeben. Dies bietet grundsätzlich ein große Spielwiese für die Trikotgestalter, welche im Bundesligabereich teilweise sogar eine starke Annäherung an das CI (Erkennungssymbolik einer Firma) des Sponsors erreicht. Das CI des Vereins spiegelt sich meistens nur darin, dass die Vereinsfarben (Bayern München = Rot-Weiß) zumindest im Heim-Trikot deutlich definiert sind. Und das sagt uns auch schon, dass es auch ein Auswärtstrikot gibt. Dies aus dem Grund, weil es viele Vereine gibt, die gleiche oder ähnliche Vereinsfarben und somit Trikotfarben haben, diese sich jedoch klar voneinander unterscheiden müssen. Dies wird vom Schiedsrichter vor dem Spiel geprüft, bzw. in der Bundesliga ist dies bereits vor Saisonbeginn definiert und geklärt. Früher gabs ein Lätzchen drüber und fertig war die klare Unterscheidung. Eine ganz aktuelle Entscheidung zum Thema einheitliches Trikot, wurde darin getroffen, dass lange ‚Unterhosen‘ (→Robben, Arjen) in der gleichen Farbe sein müssen, wie das Trikot, bzw. die Hose, also nix mehr mit Weiß oder Grün/Pink wie in alten Tagen.
Während früher die Schiedsrichter, passend zu Ball und Fussballschuhen. ebenfalls immer in Schwarz gekleidet waren, sieht man heutzutage überwiegend farbige Schiedsrichterbekleidung, welche sich natürlich ebenso von den Farben der Mannschaften klar unterscheiden muss.
Ebenso zur Ausrüstung gehören weiter Schutzelemente wie Brillen, Haarbänder Gesichts- und Kopfschutz (→Czech, Petr). Alle diese Elemente sind so perfekt an den Kopf angepasst, dass diese weder den Spieler, noch den Gegner (ganz wichtig) stören, behindern oder verletzen können. Dies ist auch der Grund, weshalb jede Art von Schmuck vom Körper entfernt werden muss, zumindest der Schmuck, welcher offen zu sehen ist. Ein Nabelpiercing z.B. wird wenig Gefahr verbreiten, Halsketten, Uhren, Ringe, Ohrringe sind jedoch strikt verboten und müssen entfernt werden, auch das Nasenpiercing. Sogar der Schiedsrichter darf keinen Schmuck tragen, lediglich eine Uhr als Zeitmessgerät und ganz zeitgemäß, mittlerweile tragen die Schiedsrichter in der Bundesliga, bzw. bei internationalen Spielen auch ein Kommunikationssytem, um mit den Schiedsrichter-Assistenten (früher Linienrichter) und dem ‚Vierten Mann‘ während des Spiels dauerhaft kommunizieren zu können – die würden besser aufs Spiel achten!
In den nächsten beiden Regeln (5+6) geht es um die Männer in ‚Schwarz‘, wie diese früher auch genannt wurden.

Also, viel Spaß beim Ausrüsten zum Bundesliga schauen: Bier, Chips, Fernbedienung und Unterhosen in Trikotfarbe …

Euer Spielleiter.

Calcetto

Regel 3 – Zahl der Spieler

Liebe Fussballfreundinnen und -freunde,

auch an diesem Spieltag gibts wieder eine wichtige Info in Form einer offiziellen Fussballregel des DFB (Deutscher Fussball Bund).

Während die Spiele in Kindheitstagen auf der Wiese im Stadtpark mit genau der Anzahl an Spielern stattgefunden haben, die zum Zeitpunkt des ‚Bolztermins‘ anwesend waren, gibt es klare Definitionen bei offiziellen Spielen.
Das bedeutet, das jede der beiden Mannschaften aus maximal 11 Spieler und mindestens aus 7 Spielern bestehen muss. Ein Spieler davon ist der Torhüter, welcher sich durch sein Trikot vom eigenen Team optisch unterscheiden muss (→ mehr dazu in Regel 4 Ausrüstung). Zu diesen 11 (aktiven) Spielern auf dem Feld gehören Ersatzspieler auf der Auswechselbank. Dies dürfen bis zu 7 Spieler sein, von denen der Trainer je nach Situation (→ später mehr zum Thema Taktik usw.) und Spielverlauf bis zu 3 Spieler einwechslen darf. Dies wiederum bedeutet, dass je ein Spieler aus der ‚Startelf‘ (die 11 Spieler zu Spielbeginn) für einen Ersatzspieler Platz machen muss → Sportplatz! Komisch, der macht doch dann keinen Sport mehr. Eine weitere Variante, das Spielfeld zu verlassen, ist der Platzverweis durch den Schiedsrichter (Gelb-rote oder Rote Karte). In wilden, hartumkämpften Spielen kann dies auch mehrfach bei einer Mannschaft passieren. Diese spielt dann in Unterzahl (neun odewr zehn) und dies wird oftmals für die Mannschaft mit mehr Spielern auf dem Spielfeld zum Problem (→ Kampfgeist, Psychologie …). Sollte jedoch eine Mannschaft so stark reduziert werden, dass weniger als 7 Spieler auf dem Spielfeld aktiv sind, kann der Spielführer, das ist der Chef einer Mannschaft auf dem Platz (→ ‚verlängerte Arm‘ des Trainers), den Schiedsrichter bitten, das Spiel abzubrechen, da die Chance das Spiel zu gewinnen bei 5 Spielern weniger, aussichtslos ist (kein Fall in der Bundesliga bekannt).

Alle Spieler eines Teams werden vor Spielbeginn dem Schiedsrichter auf dem sogenannten Spielberichtsbogen angezeigt. Ein Spieler eines Teams, der nicht auf diesem Spielberichtsbogen erwähnt wurde, darf nicht eingewechselt werden. Das war früher im Stadtpark wesentlich unkomplizierter: „Komm zu uns, wir sind eh einer weniger“.

Auswechselvorgang
Über den Wechsel eines Spielers muss der Schiedsrichter (→ folgt in Regel 5) vorher informiert werden und darf nur während einer Spielunterbrechung (Freistoss, Eckball, Einwurf) stattfinden. Der Einwechselspieler (kommt rein ins Spiel) darf das Spielfeld erst betreten, wenn der Auswechselspieler (geht raus aus dem Spiel und ist je nach Grad der Arroganz mächtig sauer auf den Trainer) das Spielfeld verlassen hat und der Schiedsrichter dem Einwechselspieler erlaubt hat, das Spielfeld zu betreten. Der ausgewechselte Spieler darf am Spiel nicht mehr teilnehmen → sauer! Ebenso ist es erlaubt, den Torwart auszuwechseln, sofern auf der Ersatzbank ein Ersatztorhüter vorhanden ist. Auch ein Feldspieler kann die Position mit dem Torhüter tauschen, was nur sehr, sehr selten Sinn macht. In unteren Spielklassen nach dem Motto: „Zuerst halt ich den gegnerischen Elfmeter, dann schieß ich vorne das Siegtor“. Hab ich definitv erlebt!

Ersatzbank und Tribüne
Da ein Spielerkader eine Bundesligavereins immer über 20, in Ausnahmen auch schon mal über 30 Personen zählt (→ Felix Magath, Ex-Trainer Wolfsburg) und maximal 18 Spieler (11 auf dem Spielfeld und 7 auf der Ersatzbank) ‚aktiv‘ am Spieltag teilnehmen können, gibt es neben der Ersatzbank auch noch die Tribüne, als Möglichkeit für den ein oder anderen Spieler, das Spiel zu verfolgen. Der Vorteil der Spieler auf der Ersatzbank liegt darin, vom Trainer eingewechselt zu werden und das Spiel positiv und somit die Meinung des Trainers über den Spieler zu beeinflussen. Am besten mit dem Siegtor 30 Sekunden nach der Einwechslung. Und wenn ein Spieler das mehrmals macht, nennt man diesen Joker! (→ Alexander Zickler: 18 Tore nach Einwechslungen). Der muss aber im Gegensatz zu seinem Kollegen im Kartenspiel kein Kostüm tragen. Diese Möglichkeit der positiven Beeinflussung des Trainers haben die ‚Tribünenspieler‘ erst wieder ab der nächsten Trainigseinheit bis zum nächsten Spieltag. Üblicherweise findet diese bereits am Tag nach dem Spiel statt, mit besonderen Aufgaben für die sogenannten Reservisten → Ersatzspieler ohne oder nur kurzem Einsatz und die Tribünengäste. Diese Reservisten werden alles dafür tun, um von der Tribüne auf die Ersatzbank und von dieser in die Startelf zu kommen.
Dies wird größtenteils durch natürliche Talentunterschiede, Trainingsleistung, Traineranti- und sympathie sowie Verletzungen im Laufe der Saison mehr oder weniger gerecht verteilt. Wenn ein Trainer über einen relativ gleichstarken Spielerkader verfügt, kann er das Gleichgewicht an Spieleinheiten innerhalb des kompletten Kaders durch ‚Rotieren‘ positiv beeinflussen (→ Pep Guardiola, Bayern München). Die stärksten Spieler gegen vermeintlich schwächere Gegner, aber vor wichtigen Spielen (→ Englische Wochen) zu schonen und damit den Ersatzspielern ( → auch Reservisten oder ‚zweites Glied‘ !!!???) die Chance zur Kontinuität und Stärkung der Einschätzung beim Trainer zu geben. Funktioniert allerdings das System der Rotation nicht wie gewollt, rotiert der Vorstand (→ Clemens Tönnies, Schalke) vor Wut und der Trainer (→ hier: Felix Magath) aus dem Amt.

So, nun geht’s raus und spuilts Fussball (→ Kaiser Franz), euer Spielleiter.